Kannst du deinem Modullieferanten vertrauen
Die DNV GL, die führende Ressource unabhängiger Energieexperten und größte Zertifizierungsorganisation weltweit, hatte Anfang Juni seinen dritten Jahres¬bericht zur Zuverlässigkeit von PV-Modulen (PV Module Reliability Scorecard) veröffentlicht. Gleichzeitig organisierte das PV Magazine während der letzten Intersolar Europe seinen 5. „Quality Roundtable“. Diese beiden Ereignisse hatten zwar nichts miteinander zu tun, aber sie kamen zu den gleichen Erkenntnissen hinsichtlich der Fragen zur Qualität von Solarmodulen. Deshalb stellen wir Ihnen heute die Frage: Können Sie Ihrem Modullieferanten vertrauen?

Die DNV-GL ist bekannt für Ihr Produktqualifizierungsprogramm. Eines ihrer Ziele ist es, Käufern von PV und Investoren in PV mit unabhängigen und konsistenten Zuverlässigkeits- und Leistungsdaten zu versorgen, um ein effektives Lieferantenmanagement zu implementieren. Anfang Juni veröffentlichte die DNV GL ihren letzten Bericht, in dem die Ergebnisse erweiterter Qualitätsprüfungen verschiedener Hersteller präsentiert wurden. Zur gleichen Zeit, während der Intersolar Europe, versammelte das PV Magazine PV-Profis, um die Risikominimierung während des gesamten Systemlebenszyklus zu diskutieren. Was die Qualität der Solarmodule angeht, so haben beide Veranstaltungen interessante Argumente auf den Tisch gebracht und das gleiche Thema aufgeworfen, nämlich dass die Qualität der Solarmodule 2017 nach wie vor ein sehr wichtiges Thema ist.

 

Der DNV-GL Report erinnert daran, dass aus der weltweiten Kapazität von 300 GWp fast 80% erst in den letzten 5 Jahren installiert wurden, was nur eine begrenzte Sicht auf Zuverlässigkeit gibt. Während dieser Zeit war der Preisdruck stark und die Lieferkette des Herstellers wurde komplizierter, um Kostenreduzierung und lokale Handelsmaßnahmen zu bewältigen. Also sind die Sorgen um die Qualität legitim.
Stephan Padlewski, EMEA-Regionalmanager von Dupont Photovoltaic Solutions, der in dem vom PV Magazine veröffentlichten Video (min 1,20) vorgestellt wurde, zeigt auf, dass rund 25 Prozent der von seinem Unternehmen getesteten Module bereits nach fünf Jahren erste Anzeichen von Degradation aufweisen.

Die 4 wichtigsten Punkte und Schlussfolgerung

Seien Sie vorsichtig, wem Sie Ihr Vertrauen schenken
Den Bericht der DNV-GL können Sie hier lesen. In diesem Artikel möchten wir mit Ihnen die 4 Punkte teilen, die wir bereits seit Jahren so sehen:

 

1. Die Stückliste ist wichtig
Die Wahl der Komponenten. Hier beginnt alles. Nur wenn die optimalen Komponenten ausgewählt werden, kann man das optimale Modul erhalten. Aus Bestandteilen mit einer geringeren Qualität hingegen, können auch nur Module mit einer mittelmäßigen Qualität gefertigt werden.
Die hier aus dem DNV-GL-Bericht entnommene Grafik zeigt, wie sich das Verhalten von zwei Modulen mit gleicher Leistungsklasse, aber mit unterschiedlichen Stücklisten, unterscheiden kann. Dies betrifft dann die finanzielle Rentabilität und langfristig auch die Sicherheit des Systems.

Ab einem bestimmten Punkt ergibt sich der Modulpreis aus den Kostenunterschieden der Komponenten – und man bekommt, was man bezahlt hat. Angesichts der Bedeutung der Materialien aus denen das Modul gefertigt wird, ist es wichtig daran zu erinnern, dass IEC-Zertifizierungen kein sehr zuverlässiges Hilfsmittel zur Bewertung der Produktqualität sind, da die für die Prüfung eingesendeter Module nicht unbedingt handelsüblichen Produkten entsprechen.

 

2. Es ist wichtig in welcher Fabrik produziert wird
Der Mythos, alle Module seien gleich, kommt oft zusammen mit der Überzeugung einher, der Standort sei nicht wichtig. Die Studie der DNV-GL zeigt jedoch, dass das nicht der Fall ist und dass ähnliche Materialien, die an verschiedenen Orten verarbeitet werden, nicht immer die gleichen Ergebnisse liefern. Hier sprechen wir über das nötige Know-how, um eine Produktionsstätte zu betreiben, und es kann je nach Standort und den dort tätigen Mitarbeitern variieren. Dies wird durch die Daten und Erfahrungen unterstrichen, die von der Clean Energy Associates (CEA) während der vom PV Magazine auf der Intersolar ausgerichteten Veranstaltung geteilt wurden. Basierend auf den, seit 2008 durchgeführten, Audits zur Qualitätssicherung bestätigt sie, dass die Leistungen je nach Standort und Besitzer (eigene Produktionsstätte vs. OEM) variieren können.

3. Die Größe des Unternehmens ist kein guter Indikator für Qualität
Dieser Punkt steht in direktem Zusammenhang mit dem Vorherigen. Die Bereitstellung von Modulen eines großen Herstellers ist kein Garant für Qualität, da diese Hersteller in der Regel eine komplexe Lieferkette mit mehreren Stücklisten-, Standort- und OEM-Lieferanten haben.

 

4. macht einen Unterschied wie intensiv sich der Modulhersteller mit der Qualität beschäftigt
Hinter den Produkten stehen immer Menschen mit ihren Qualitäten und Unvollkommenheiten. Aber die Werte, die ein Hersteller lebt, die über die einfachen Marketingerklärungen hinaus gehen, sind bei der Qualität der Solarmodule von größter Bedeutung.

 

In der DNV-GL-Studie und dem Quality Roundtable des PV Magazins ist eine markante Schlussfolgerung sofort spürbar: Wenn es um die Maßnahmen geht, die man ergreifen könnte, um die Qualitätsrisiken einzudämmen, ist es offensichtlich, dass es nur EPCs / Entwicklern möglich ist … Wer sonst könnte es sich leisten, Leute zu schicken, die Produktion beaufsichtigen und Fertigungsreihen zu testen? … Die DNV-GL schließt Ihren Bericht mit folgender Aussage ab: “ Wir empfehlen nicht, sich ausschließlich auf das Versandvolumen oder den Ruf des Herstellers für Beschaffungsentscheidungen zu berufen.“ Was also sollte, was sollte den Millionen von Hausbesitzern auf der ganzen Welt gesagt werden, die auf Solarenergie als zuverlässige Energiequelle der Zukunft vertrauen? Dass sie ihrem Lieferanten nicht vertrauen können? Das wäre wirklich bedauerlich für unsere Industrie.

 

Es gibt eine zweite Herausforderung, da die Qualität sich nicht nur auf das Produkt beschränkt, sondern sich auch in der Qualität der Kundenbeziehung niederschlägt, die auch die Ausführung der Garantien umfasst. Die DNV-GL-Studie zählt S Energy als einen der Top-Performer, während wir wissen, dass das Unternehmen in Wirklichkeit Schwierigkeiten mit Reklamationen in Deutschland hat. Daher sollte man einen ganzheitlichen Ansatz in Sachen Qualität betrachten, um unsere Branche wirklich vertrauenswürdig zu machen.

 

Die Herstellung hochwertiger Solarmodulen ist eine anspruchsvolle Entscheidung und Kombination folgender Aspekte:
– Eine authentisch orientierte Kultur
– Eine rigorose Auswahl hochwertiger und langlebiger Komponenten
– Die Komponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt
– Etablierte, zuverlässige, wiederholbare und vertrauenswürdige Qualitätsprozesse
– Kundenfreundliches Reklamationsmanagement

 

Die Suche nach Firmen, die auf jedem dieser Gebiete hochrangig sind, ist heute eine Herausforderung in unserer Branche. Die wahre Qualität ist nicht die, die hinter einem Produkt-Label, einem Produktions-Ranking oder einem kommerziellen Argument versteckt ist, sondern die, die tagtäglich ausgeliefert wird, und immer wieder im Feld überzeugt.

 

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